Und dann packt Dich das Monster….

Die Sache ohne Medikamente ging eine Weile lang gut. Dass es nicht funktioniert hat, zeigt ja schon der vorhergehende Satz. Denn auf einmal stand das Monster wieder hinter mir, umschmeichelte mich und packte mich dann mit solcher Gewalt, dass mich kaum selbst davon befreien konnte. Das ist nun schon ein paar Tage her und noch immer spüre ich die Verletzungen, die es mit seinen Krallen auf mir – in mir – hinterlassen hat. Aber was ist die Konsequenz? Momentan steht für mich erst einmal wieder die Medikamenteneinname auf dem Plan. Aber das ist nichts, was ich auf Dauer mitmachen möchte. Natürlich, die kleinen Pillen helfen. Doch trotz dieser Hilfe ist das keinesfalls ein Zustand, der befriedigt. Wer möchte schon sein Leben lang auf etwas angewiesen sein? Aber wo liegt die Lösung? Welche Alternativen gibt es? Es gibt tatsächlich einige Alternativen, aber da stellt sich die Frage: in wie weit können die mir helfen? Und kann und will ich mich darauf einlassen? Und kann ich sie mir überhaupt leisten?

Wenn es die Möglichkeit gibt, bei Schwerverbrechern das Gehirn „umzuprogrammieren“, funktioniert das nicht auch bei „uns“ Depressiven? Das Problem ist: es gibt zu diesen Themen so unendlich viele Bücher zu lesen, wofür ich aber unendlich viel Zeit bräuchte. Und wenn man, getrieben von rechts nach links, schwankend nach Halt sucht – ist es schweirig sich darauf zu konzentrieren auch nur eines für sich herauszupicken und es zu lesen.

Und während dieses getrieben Seins, des verwirrt aktiven Hamsters, der da in mir in seinem Rädchen rast, wünsche ich mir nichts sehnlicher als Ruhe. Einsamkeit. Natur. Weit weg von allem Menschsein, um den Menschen in mir wieder zu finden. Die Sehnsucht nach Weite. Vielleicht…eines Tages… schaffe ich es noch und verwirkliche den lang gehegten Wunsch und laufe von Nord nach Süd durch Schottland. Alleine. Um mich selbst wiederzufinden.