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Es kotzt mich an…

Gestern hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef. Ein durchaus positives. Nicht, dass bei der Überschrift da irgendwelche falschen Vorstellungen aufkommen. Ausgelöst wurde es durch Nutzerkommentare auf einer Facebook-Seite, die wir betreuen. Da fiel auf: viele Facebook-Nutzer können nur noch negativ.

Und ehrlich gesagt: es kotzt mich SOWAS von an. Diese negative Grundstimmung. Sagt mal Leute, muss das eigentlich sein? Es gibt überhaupt keine sachliche Kritik mehr, nur noch Rumgenöle. Nehmen wir mal ein Beispiel: Es wird eine tolle Geschichte gepostet. Eine wunderschöne Geschichte. Was für’s Herz. Anstatt nun aber mal sowas wie „Awwwww, wie schön“ oder andere positive Kommentare zu hinterlassen, nölt der erste schon gleich rum. Mit Nichtigkeiten. Sinnlosen Kommentaren die zeigen, der hat diesen Artikel nie gelesen. Sondern einfach mal wild drunter gepostet. Und schon gleich kommen die ersten Likes und Kommentare, die ihm da völlig beipflichten. Auch an diesen Kommentaren deutlich zu erkennen: Ich habe diesen Artikel nicht gelesen, aber hey, nörgeln, draufhauen, rumzetern, nachtreten. Is doch geil!

Ebenso bei der sachlichen Verbreitung von Informationen, wie zum Beispiel aktuell die Meldung der WHO, dass Wurst und Fleisch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Natürlich, wir sterben alle (!) früher oder später. Und sicher, wir dürften nach all dem, was uns schädigt auch keine Luft mehr atmen. Aber ich zitiere mal einen der wenigen Beiträge, die mir wirklich die Seele gestreichelt haben:

Da kann ja jetzt die Presse nicht wirklich was dafür, wenn es jemand anderes rausfindet… Hindert ja auch keinen daran während man den Artikel liest ein leckeres Wurstbrot zu essen… Also alle mal geschmeidig bleiben 😉

Da bleibt mir nur zu sagen: Danke, dass es auch mal solche Kommentare gibt. Natürlich, wir alle kennen ja die „Lügenpresse“ (übrigens sollten sich diejenigen, die damit um sich werfen vielleicht vorher mal informieren, woher’s kommt). Aber es ist doch mittlerweile egal was man schreibt: es kann noch so emotional, informativ, bewegend, sachlich sein… Hauptsache es wird mit negativen Kommentaren um sich geworfen.

Aber woher kommt das, dass „der Facebooknutzer“ nur noch negativ kann? Zu viel Zeit, um alles zu kommentieren? Zu schlecht gefrühstückt? Zu wenig Sex? Oder einfach nur von Grund auf negativ, weil die Anonymität des Internets deckt? Warum sind Menschen so drauf? Ich meine: Ich bin depressiv und habe durchaus Tage an denen es mir so geht, wie einzelne Kommentare vermuten lassen, dass es diesen Leuten gehen könnte. Aber wenn ich so drauf bin, kommentiere ich nicht. Da will ich nichts von der Welt – und schon gar nicht von sozialen Netzwerken – wissen.

Warum also muss alles immer schlecht geredet werden, wenn es das doch gar nicht ist? Mensch… die Welt ist dich bisweilen übel genug, muss man sich seine eigene denn dann noch schlechter reden? Ich versteh’s nicht.